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Apparative intermittierende Kompression (AIK/IPK)

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Unter AIK (Apparative Intermittierende Kompression) oder IPK (Intermittierende Pneumatische Kompression) ist die apparative Entstauungsbehandlung zu verstehen, die seit Jahrzehnten weltweit mit unterschiedlichen Geräten bei vielen Ödemformen eingesetzt wird. Es handelt sich dabei um einen Kompressor mit Stromanschluss und Bedienelementen und die ans Gerät anschließbaren Behandlungsmanschetten, z.B. Bein-, Arm-, Hosen- und Jackenmanschetten. Aus Klinik und Praxis liegen zahlreiche Studien und Verlaufsbeobachtungen vor, die die Erfolge dieser Therapieform dokumentieren.

Die AIK/IPK ist eine Ergänzung der herkömmlichen Therapie (Kompressions-Bandagen und Kompressionsstrümpfe, Bewegungsübungen und manuelle Lymphdrainage). Die AIK/IPK wird in Fachkliniken, in Facharztpraxen und vor allem als ärztlich verordnetes Hilfsmittel beim Patienten zu Hause eingesetzt.

In der Heimtherapie ermöglichen diese Geräte den Ödempatienten eine regelmäßige und problemlose Entstauung. Die Patienten sollten das Heimtherapiegerät täglich ein- oder zweimal ca. 30 bis 60 Minuten anwenden. Der verordnende Facharzt entscheidet über die Höhe des einzustellenden Druckes. Dieser wird in mmHG (Millimeter Quecksilbersäule) angegeben und kann individuell zwischen 20 und 80 mmHG gewählt werden. Die Behandlung ist angenehm und schmerzfrei.

Geräte zur AIK/IPK sind verordnungsfähige Hilfsmittel, die in begründeten Fällen vom Arzt verordnet und von den Krankenkassen bezahlt werden. Für die Versorgung mit einem Heimtherapiegerät müssen Patienten eine Zuzahlung von 10,00 EUR an ihre Krankenkasse leisten. Das Gerät und die Manschetten bleiben Eigentum der Krankenkasse. Manchmal setzt die Kasse bereits gebrauchte und technisch überholte Geräte wieder ein. Die Manschetten dürfen allerdings aus hygienischen Gründen und wegen der Passform nicht von einem zweiten Anwender genutzt werden.

Voraussetzung für den häuslichen Einsatz der AIK/IPK ist, dass die Patienten regelmäßig Kompressionsstrümpfe tragen, um den erreichten Therapiezustand zu erhalten und dass der Therapieerfolg vom Arzt kontrolliert wird. Je nach Krankheitsbild muss der Patient begleitend mehr oder weniger oft mit manueller Lymphdrainage behandelt werden. Beim sekundären Lymphödem mit proximaler Sperre muss durch begleitende manuelle Lymphdrainage auf einen gesicherten Lymphabfluss geachtet werden. Bei primären Lymphödemen kann die manuelle Lymphdrainage stark reduziert werden, bei Lipödemen ist sie oft gar nicht mehr notwendig.

Der Arzt schließt vor einer Verordnung Kontraindikationen aus, die bei der AIK/IPK die gleichen sind wie die bei der manuellen Lymphdrainage und der Kompressionsbestrumpfung, bzw. Kompressionsbandagierung.

Je nach Diagnose sind verschiedene Geräte-Systeme einzusetzen:

Es gibt Geräte-Systeme mit 3,4 oder 6 nicht überlappenden Kammern, die ausreichend sind bei venös bedingten Ödemen. 1-Kammer-Systeme sind nicht geeignet, weil sie das gesamte Bein oder den Arm einfach zusammendrücken.

Zur Behandlung von Lymph- und Lipödemen stehen 12-Kammer-Systeme mit überlappenden Kammern zur Verfügung. Viele kleine, überlappende Kammerabschnitte gewährleisten einen schonenden und wirksamen Abtransport der Lymphe. Dabei sollte der Druck auf den betroffenen Körperteil nicht zu hoch sein (bis zu höchstens 80 mmHg) und nicht zu lange andauern (Behandlungszyklus nicht über 60 Sekunden).

Eine Hosenmanschette mit 24 überlappenden Kammern, die zum 12-Kammer-System Lympha Press erhältlich ist, verhindert eine Ödemverlagerung an das proximale Ende der Beinmanschette. Die Lymphflüssigkeit wird bis in den Bauchraum transportiert und der Hüft- und Bauchbereich wird komprimiert. Gleiches gilt sinngemäß für die Jackenmanschette, die bei Ödemen der Arme und des Brustraumes verordnet wird.

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