Bitte unterstützt meine Öffentlichkeitsarbeit zu LIPÖDEM mit einer kleinen Spende: Lipödem ist eine Stoffwechselstörung in den Mitochondrien IN den Zellen einer Frau! so meine Ergebnisse nach 6 Jahren zeitaufwendigen Recherchen und dem Fund der US-Gendatenbank

Stationäre Reha-Maßnahme (Reha) bei Lipödem

Dieser Beitrag soll über die stationären Reha-Maßnahmen (Medizinische Rehabilitation) bei Lipödem informieren.
Lipödem ist eine pathologische Vermehrung von Fettgewebszellen, eine chronische behandlungsbedürftige Erkrankung bei Mädchen ab der Pubertät und Frauen (äußerst selten bei Männern).
Das Erscheinungsbild variiert von Reithose zu Pumphose, auffällig ist die DISPROPORTION im Körperbau.

Wann hat eine Lipödem-Patientin Anspruch auf eine Reha?
Ein Anspruch auf stationäre Reha-Maßnahmen besteht dann, wenn die Leistungen der ärztlichen Behandlung oder ambulante Reha-Maßnahmen nicht ausreichen würden, um ihre Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder ihre Krankheitsbeschwerden zu lindern und wenn grundsätzlich ein Reha-Anspruch besteht, bitte informieren Sie sich bei der Rentenversicherung Bund oder Ihrer Krankenkasse.
Gesetzliche Grundlagen sind hier: SGB I, SGB V (§ 40 Abs. 2 SGB V) und SGB IX, also im ersten, fünften und neunten Sozialgesetzbuch.

Kostenträger ist
1. bei Erwerbsfähigen die Rentenversicherung (RV: Antragsformularsatz G100 und weitere Formulare)

oder

2. bei Rentnern die Krankenkasse (KV, gesetzliche Krankenversicherung: Antragsvordruck Muster 60 und Muster 61: „Einleitung von Leistungen zur Rehabilitation oder alternativer Angebote“)

Die Antragsvordrucke sind vom Arzt auszufüllen (die führende Diagnose sollte an erster Stelle erwähnt werden, z.B. „ausgeprägtes Lipödem mit starken Schmerzen“) und ein Attest vom Arzt ist beizufügen nach vorheriger Anamnese, Inspektion und Palpation (d.h.Tastbefund).

Die Rentenversicherung Bund hat vor Ort Beratungsstellen, wo Sie nach vorheriger Terminvereinbarung sich umfangreich von einem Sachbearbeiter (m/w) zu Ihrem Erst- oder Folgeantrag beraten lassen können.

Wo kann eine Lipödem-Patientin eine Reha-Massnahme durchführen?
Bei zertifizierten Reha-Einrichtungen mit lymphologischer Versorgung: es gibt nur wenige Fachkliniken für Lymphologie in Deutschland. Stichworte in einer Websuche sind: Lymphklinik, Reha-Klinik Lymphologie u.ä.

Lipödem-Patientinnen haben bei der Klinikauswahl ein Wahlrecht (§ 9 SGB IX (Wunsch- und Wahlrecht der Leistungsberechtigten), § 76 SGB V (Freie Arztwahl), § 13 SGB VI (Leistungsumfang) und § 33 SGB I (Ausgestaltung von Rechten und Pflichten).
Lassen Sie sich bitte von Ihrem Arzt beraten, welche Klinik bei Ihren Beschwerden am besten geeignet ist.

Falls der Reha-Antrag abgelehnt wird:

  • Kontakt zum Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) aufnehmen: Ihr Arzt könnte mit dem MDK telefonieren oder die Lipödem-Patientin lässt sich nach vorheriger Terminvereinbarung dort untersuchen
  • Widerspruch bei dem Kostenträger einlegen innerhalb der gesetzten Frist
  • Wenn der Widerspruch erfolglos ist: Klage vor dem Sozialgericht innerhalb eines Monats nach Erhalt des schriftlichen Widerspruchsbescheids

Falls der Reha-Antrag zwar genehmigt wird, aber die Wunschklinik abgelehnt wird:

  • Widerspruch bei dem Kostenträger einlegen innerhalb der gesetzten Frist: es gibt im Internet zahlreiche gut formulierte Widerspruchsschreiben, in dem auf das gesetzlich vorhandene Wahlrecht der Reha-Klinik eingegangen wird:
    Betreff wäre also
    Widerspruch zu Ihrem Bescheid vom Datum: Antrag auf Heilstättenänderung in Bezug auf das gesetzlich zustehende Wunsch- und Wahlrecht des Leistungsberechtigten nach § 9 SGB IX + § 33 SGB I für meinen bewilligten Aufenthalt aus mehreren Gründen; Versicherungs-Nr.: xxx (bitte lassen Sie sich ggfs. anwaltlich hierzu beraten, von einem Fachanwalt für Sozialrecht!)
  • Wenn der Widerspruch erfolglos ist: Klage vor dem Sozialgericht innerhalb eines Monats nach Erhalt des schriftlichen Widerspruchsbescheids

Was ist vor der genehmigten Reha noch zu erledigen?
Kurz vor Antritt der Reha benötigen Sie einen Termin bei dem Arzt, der Ihre Reha bewürwortet hat, damit ein Formular (G17041 der Rentenversicherung Bund) mit Ihnen gemeinsam ausgefüllt werden kann, dies ist der Reha-Klinik am Aufnahmetag vorzulegen! Dies bestätigt, dass Sie reise- und reha-fähig sind.

Nachfolgend eine Checkliste als Hilfe fürs Kofferpacken:
Was sollten Sie mindestens zur Reha-Klinik mitbringen?
Unter Umständen sind einige u.g. Dinge für Sie nicht zutreffend.

Handtasche:

  • Persönliche Unterlagen wie Personalausweis
  • Krankenversichertenkarte
  • Medizinische Unterlagen aus den letzten fünf Jahren
    z.B. Arztberichte, Röntgenbilder, alle Befunde auf CD-ROM oder im Ausdruck
  • Verordnete Medikamente (in ausreichender Menge, planen Sie auch die ggfs. möglichen Verlängerungstage mit ein)
  • zusätzliche kleine Reiseapotheke
  • Allergiepass (sofern vorhanden)
  • Bargeld
  • Brille/Lesebrille
  • Ersatzbrille
  • Sonnenbrille
  • Notizheft/-buch + Stift
  • ausgefülltes Formular (G17041 der Rentenversicherung Bund mit Sozialversicherungsnummer)
  • Ggfs. Bescheid über Grad der Behinderung (GdB)/Schwerbehindertenausweis
  • Ihre Bankverbindung mit BIC und IBAN (steht auf Ihrem Kontoauszug)
  • Ggfs. Zuzahlungsbefreiung
  • Ggfs. Belege über bereits geleistete Eigenanteilszahlungen

Koffer:

  • Gehhilfen, Kompressionsstrümpfe, Bandagen, Strumpfanziehhilfe, Schuhlöffel u.a. medizische Hilfsgeräte, Messgeräte für Blutdruck und Blutzucker bei Diabetikerinnen (falls vorhanden)
  • EC-Karte mit PIN (getrennt voneinander und getrennt vom Personalausweis aufbewahren!)
  • Taschenlampe
  • Tüten (für den Transport der nassen Badekleidung)
  • Wäschebeutel
  • ggfs. Ihr eigenes Kopfkissen (Nackenkissen/Spezial-Kopfkissen)
  • Medikamente
  • Getränkeflasche für den Reha-Sport
  • Badebekleidung (mehrere zum Wechseln!)
  • Schwimmbrille
  • ggfs. Pulsuhr mit Brustgurt
  • Bademantel
  • Badeschlappen
  • Badekappe
  • Sportbekleidung (Trainingsanzüge (kurze und lange Sporthosen) und viele T-Shirts/Polohemden, Sie kommen ins Schwitzen und können sich so mehrmals täglich umziehen)
  • wetterfeste Kleidung je nach Jahreszeit (Strümpfe/Socken, Unterwäsche, Nachtwäsche, bequeme Oberbekleidung/Pullover, kurze und lange Hosen/Jeans)
  • je nach Jahreszeit/Wetter Sonnenschutz (Sonnencreme und Sonnenhut)
  • Handtücher
  • großes Badetuch
  • Regenschirm
  • Hausschuhe
  • Sportschuhe (Hallensportschuhe mit heller Sohle für Indoor- und Turnschuhe für Outdoor-Aktivitäten)
  • festes Schuhwerk
  • Rucksack/Sporttasche
  • Armbanduhr/Wecker
  • Medikamententasche und persönliche Toilettenartikel, Taschentücher
  • Haartrockner
  • Lesestoff und anderes für Ihre Freizeitbeschäftigung (mp3-Player u.a.m.)
  • Nähzeug
  • Kleines Radio (wenn benötigt, aus versicherungsrechtlichen Gründen dürfen evtl. private netzabhängige elektrische Geräte (z.B. Geräte mit Netzteil) nur nach Prüfung durch die Mitarbeiter der Haustechnik der Reha-Klinik betrieben werden!)
  • u.a.m. für Ihren persönlichen Bedarf

Informieren Sie sich zudem über die Möglichkeiten, im Anschluß an Ihre Reha an einem Programm wie IRENA (Intensivierte Rehabilitationsnachsorge, ein Nachsorge-Programm der Deutschen Rentenversicherung Bund: Stoffwechselkrankheiten (ST) oder anderen Rehasport-Programmen, medizinischen Trainingstherapien oder Funktionstraining teilzunehmen, um den Behandlungserfolg durch weitere regelmäßige Therapiemassnahmen zu sichern. Der Antrag ist zusammen mit Ihrem Reha-Arzt am Ende Ihrer Reha zu stellen.

Alle Angaben ohne Gewähr.
Bei Fehlern auf dieser Seite bitte eine Info an info@lipolymphoedem.de.

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